Kreativität

Kreativität – Schöpfergeist im Kleinen

Kreativität ist der Spielplatz unserer Gedanken.

Die Wissenschaftler (mal wieder) haben herausgefunden, dass das rationale und analytische Denken in der linken Gehirnhälfte ihren Sitz hat – Kreativität und Emotionen sich hingegen in der rechten Hirnhemisphäre tummeln.

Dank eines Kreativitäts-Tests – ja, so was gibt’s, ist fast dasselbe wie ein IQ-Test, nur in Bunt – weiß ich, dass meine rechte Gehirnhälfte dominanter als die linke ist.
‚Oh Freude schöner Götterfunke‘, dachte ich bei dem Ergebnis, ‚das kommt mir sehr zupass, braucht man doch als Schreiber jede Menge Kreativität‘.
Nur leider ist Kreativität nicht auf Abruf verfügbar und launisch zudem – meist wenn man mitten in einem Projekt steckt und Ergebnisse vorweisen muss.

Stellt sich die Frage: Wie schafft man es, die Kreativität stets parat zu haben?
Wenn es eine Rezeptur gäbe, hätte ich schon längst ein Patent angemeldet, wäre reich geworden und könnte mir einen Ghostwriter leisten.

Nun gibt es diverse Literatur und Internetseiten zu diesem Thema, sogar Coaches, die einem zu mehr Kreativität verhelfen möchten.
Viele Tipps habe ich befolgt, manch Techniken ausprobiert. Einiges funktioniert so lala – darüber werde ich zu einem späteren Zeitpunkt schreiben – doch was sich für mich wirklich bewährt hat, lässt sich weniger auf eine Regel beschränken als vielmehr auf eine Lebenseinstellung.

Bewahren wir das Kind in uns, um kreativ zu bleiben.

Kreativität ist nicht mit Talent gleichzusetzen.
Letzteres hat der eine mehr, der andere weniger bis gar nicht – Kreativität jedoch besitzt jeder von Kindheit an.

Als Kind lebt man mit der Phantasie, sie ist ein ganz selbstverständlicher Begleiter. Durch sie erlebt das Kind imaginäre Abenteuer, erschafft es ganze Universen in seiner Vorstellungskraft; es genügen ihm wenige Dinge, um Neues zu kreieren, spielerisch entdeckt es die Welt.
Irgendwann kommt uns diese Phantasie abhanden, weil Gesellschaft und konkret die Berufswelt selten Wert auf kreative Lösungswege legt, sondern schnelle korrekte Ergebnisse fordert. Das fängt oft schon in der Schule an.
Wir halten uns an vorgegebene Formeln, »kochen quasi nach Rezept« mit dem Ergebnis, dass die Phantasie verkümmert.
Doch auch sie will gefördert werden.

„Lasse deiner Kreativität freien Lauf!“, stand da geschrieben. Also ließ ich ihr freien Lauf und sie ging mit mir durch.

Ein Kind beobachtet unvoreingenommen, fühlt, staunt. Es ist neugierig. Es lebt den Moment. Es hält sich noch nicht an Regeln und Konventionen, und es geht unstrukturiert an Aufgaben heran. Einem Kind erscheint die Welt wie ein einziger Spielplatz, der abertausend Möglichkeiten bereithält; es ist kreativ, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Kurzum: Das kindliche Gemüt ist ein Habitat, in dem sich die Phantasie wohlfühlt.

Doch wie lässt sich dies nun auf die eigene Kreativität übertragen?
An sich ist es ganz einfach, in gewisser Weise ein kleines Plädoyer zum Kindsein.

Es geht darum, neugierig und offen zu bleiben; zu beobachten und sich inspirieren zu lassen; das Staunen nicht zu verlernen; gewohnte Spurrillen der Denkbahnen zu verlassen und abseits der Trampelpfade neue Wege zu entdecken – im übertragenen Sinne, querzudenken.

Wenn man diese Regel zu seinem Credo macht und verinnerlicht, erfüllt man schon die wichtigste Grundvoraussetzung zur Kreativität.